Buch: Fortgeschrittene CSS-Techniken

Gestern stolperte ich beim Surfen durchs Internet zufällig über ein Gewinnspiel vom Webstandard-Blog, bei dem das Buch Fortgeschrittene CSS-Techniken verlost wird. Teilnehmen kann dabei jeder, der einen eigenen Blog oder dergleichen hat und einen Eintrag über dieses Gewinnspiel bis zum 19.09. schreibt. Ja richtig, hiermit nehme auch ich daran teil, aber erst, nachdem ich einen Eindruck vom Buch gewonnen hatte.

Also ging ich heute in den Buchladen meines Vertrauens und setzte mich eine Weile hin, um das Buch zu überfliegen und interessantere Stellen im Detail zu betrachten. Da ich selber bereits einige Erfahrung auf dem Gebiet sammeln konnte und Layouts für Seiten umgesetzt habe, die mehrere Tausend Besuche am Tag haben, war ich skeptisch, wie viel mir ein solches Buch bringen würde – zwar bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht jeden Trick und jedes Geheimnis kenne, aber im Zweifelsfall wird man im Internet fündig. Auch wenn sich mein Eindruck auf etwa eine halbe Stunde beschränkt hat, denke ich, dass meine Skepsis nicht berechtigt war.

Auf eine umfangreiche Erklärung von CSS wird verzichtet, denn schließlich richtet sich das Buch an Fortgeschrittene und Profis. So geht es direkt ans Eingemachte und im ersten und umfangreichsten Teil werden Details zu bestimmten Eigenschaften und Prinzipien vermittelt, die sich in einer Einsteigerlektüre kaum finden lassen. Schon hier las ich Dinge, die ich sehr interessant fand, wie z.B. dass es (leider nur mit zusätzlichem Markup) möglich ist, die vom Firefox intepretierte Eigenschaft display: -moz-inline-box als sinnvollen Ersatz für display: inline-block zu nutzen – meine Erfahrung bisher war es, dass diese Eigenschaft nur in ganz speziellen Fällen als Ersatz herhalten kann.

Weiterhin wird direkt auf die CSS-Bugs diverser Browser eingegangen. An vorderster Stelle sind natürlich die Bugs des Internet Explorers zu nennen, aber auch andere Browser haben an manchen Stellen noch zu kämpfen. Die Bugs werden nicht nur erwähnt, sondern wie es sich für ein Buch gehört, das gezielt die erfahreneren Anwender anspricht, wird auch mindestens eine Lösungsvariante angegeben.

Im zweiten Teil geht das Buch nochmal etwas konkreter auf Bugs und Debugging ein. Es wird erklärt, wie man mehrerer Versionen des Internet Explorers parallel installiert und wie man mit den gängigen Developer-Tools der großen Browser umgeht, wie z.B. Firebug (Firefox), Dragonfly (Opera) oder Developer Toolbar (Internet Explorer).

Im letzten Teil schließlich dreht sich alles um umfangreichere, praxisnahe Beispiele. Neben verschiedensten Arten von Menüs und Navigationen werden auch mehrspaltige Layouts betrachtet. Natürlich habe ich nach der Technik Ausschau gehalten, die ich vor einer Weile im Artikel „Ein flexibles, SEO-gerechtes Layout“ beschrieben habe. Sie fand sich als eine von mehreren Möglichkeiten, „Content first“ Layouts umzusetzen, wenn auch nicht direkt im Zusammenhang mit einem flexiblen Inhaltsbereich. Dafür fand ich eine Variante, ein solches Layout umzusetzen, ohne dass gleich zwei zusätzliche Wrapper-Elemente nötig wären, indem zusätzlich zu Float noch relative Positionierung eingesetzt wird. Zu guter Letzt werden noch verschiedene teils sehr interessante Möglichkeiten besprochen, wie man gleich hohe Spalten erzwingen kann bzw. den Eindruck erweckt, es wäre so.

Insgesamt hat das Buch einen guten Eindruck auf mich gemacht. Auch wenn man viel Routine im Umgang mit CSS hat, kann es brauchbar sein, sei es weil man vielleicht doch nicht alle Details kennt oder weil man ohne groß im Internet zu suchen bestimmte Problematiken nachschlagen möchte. Zum Nachschlagen von Browserbugs allerdings schien es nicht so sehr geeignet zu sein, da diese an genau den Stellen kurz erläutert werden, an denen sie auftauchen. In dem Fall muss man also schon genau wissen, wonach man sucht.

In meine Buchsammlung würde „Fortgeschrittene CSS-Techniken“ jedenfalls prima passen, also drückt mir fleißig die Daumen :-)

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2 Pingbacks

  1. webstandard.kulando.de: Buch-Gewinnspiel - Fortgeschrittene CSS-Techniken « Sura 1 Artworks 23. September 2008 um 13:07
  2. son-riab.com | Gewinnspiele, CSS und Sicherheit 27. September 2008 um 10:47

2 Antworten

  1. Ingo Chao says:

    Danke für deine Besprechung. Zu dem letzen Punkt: Hier sehe ich das Problem einer Systematik für ein solches Vorhaben: Wie klassifiziert man Bugs, die doch so absurd sind? Der Bug betrifft eine bestimmte Konstellation von Eigenschaften, jeder Bug hat vielfältige Bedingungen. Der Bug hangelt sich eben nicht an der Spezifikation entlang, sondern überstreicht meist viele Abschnitte. So gibt es im IE nicht /die/ Float-Bugs, /die/ Positioning-Bugs und so fort. Wer würde ein KI-System, das den Nutzer über einen Entscheidungsbaum hin zum Bugeintrag leitet, aufbauen und unterhalten können?
    Der Suche nach einer Bugbeschreibung muss weiterhin eine vollständige Problembeschreibung vorangehen. Das ist die Vorabeit, die man selbst leisten muss, vor einer Suche. Die Problembeschreibung kann nur derjenige vornehmen, der bereit ist, das Ganze auf seinen Kern zu reduzieren. Mit dieser Technik (reduzieren, beschreiben, dann erst nach einem Bugfix suchen) kommt man beim Debugging recht weit. Mit der Erfahrung lernt man die Muster einiger Bugs kennen, klar, aber bis zu dieser Erfahrung ist es ein gutes Stück Arbeit.

  2. ex-ratt says:

    Hm. Hast recht, selbst wenn man ein Nachschlagewerk für Bugs hätte, wäre es wohl schwer, den richtigen darin zu finden, wenn man vor einem völlig neuen Problem steht, zumal man im ersten Moment auch nicht weiß, welche Eigenschaften zu dem Fehler führen. Insofern hätten die Autoren das vielleicht auch gar nicht mal besser machen können, denn die Bugs sind ja thematisch an der richtigen Stelle innerhalb des Buches – das macht das Finden einer Problemlösung zwar auch nicht einfacher, wenn man vor einem neuen Fehler steht, aber man muss sich ohnehin erstmal damit auseinandersetzen, bevor man an Lösungen denken kann…