Games Convention 2008

Ich war mal wieder auf der Games Convention in Leipzig und diesmal sogar für ganze vier Tage – mehr als genug Zeit also, um die für mich interessanten Spiele anzusehen. Interessiert hätten mich Alpha Protocol, Jumpgate Evolution, Black Prophecy, GuildWars 2 und natürlich StarCraft 2 und Diablo 3, aber von vieren der genannten Spiele habe ich nichts gesehen. Aber auch bei den anderen bekommt man als Otto-Normal-Besucher kaum detaillierte Informationen.

Ich habe mir jeweils eine Präsentation von Jumpgate Evolution und Sacred 2 angesehen, aber der fast einzige Eindruck, den man bekommt, ist der von der Grafik des Spiels. Die Informationen, die während der Präsentation gegeben wurden, waren eher oberflächlich – aber in 20 bis 30 Minuten kann man eben nicht all zu sehr ins Detail gehen und die ganzen Veranstaltungen schienen ohnehin eher auf Gelegenheitsspieler ausgerichtet zu sein.

Wenn man mehr wissen will, ist man auf die Fansite seines Vertrauens angewiesen – zum einen findet sich dort jedwede Information, die irgendwie bekannt geworden ist, zum anderen haben die Fanseiten eventuell sogar Interviewtermine oder Präsentationen hinter verschlossenen Türen, bei denen aufgrund des Vorwissens der Redakteure doch sehr viel genauer auf diverse Details eingegangen werden kann.

Wenn man also nur an wenigen Spielen interessiert ist und ohnehin schon gut informiert ist, dann lohnt ein Besuch nur bedingt, zumindest, was eben die Gewinnung an neuen Informationen anbelangt. Aber dennoch würde ich auch weiterhin zur GC fahren, denn zum einen kann man auch viele Spiele mal anzocken (genügend Wartezeit vorausgesetzt) und zum anderen ist es einfach auch ein unvergessliches Feeling dort zu sein.

Zumindest, wenn man sich an die Lautstärke gewöhnt hat. Von jeder Bühne schallt es laute Musik oder noch lautere Moderatoren, die die Menge an Leuten anheizen, die vor der Bühne stehen und sich um jedes T-Shirt und jeden Kuli prügeln – von selteneren Sachen, wie Hardware oder Action-Figuren, die wild in die Menge gefeuert werden, will ich jetzt mal gar nicht erst anfangen. Was bewegt diese Leute dazu, sich eine Hand voll von kleinen runden Steckern mitzunehmen, die man sich an die Brust heftet? Die dann mit tausend Tüten rumrennen und jeden Murks mitnehmen, den sie kriegen können?

Doch zurück zu den Spielen. Natürlich hat mich StarCraft 2 die meiste Zeit beschäftigt und insgesamt habe ich es wohl auch bestimmt eineinhalb Stunden gespielt. Zwar reicht auch das nicht aus, um einen detaillierten Einblick zu bekommen, aber für einige Eindrücke und das Spiel-Feeling reicht das aus. StarCraft 2 fühlt sich dabei schon stark wie der Vorgänger an, was für viele Fans des Spiels auch sehr wichtig sein dürfte. Meine Spielberichte von dem Spiel findet ihr auf inStarCraft im zweiten Teil der Community-Eindrücke und in den dortigen Kommentaren. Hier noch zwei bildliche Eindrücke von den StarCraft-Seite am Stand von Blizzard:

Zu Jumpgate Evolution habe ich mir eine Präsentation angesehen, in der das Spiel kurz vorgestellt wurde. Was ich sagen kann, ist, dass es gewisse Ähnlichkeiten mit Freelancer aufweist – die Steuerung ist ähnlich, man schießt auf feindliche Schiffe und macht Missionen. Außerdem gibt es die sogenannten Jumpgates, mit denen man in andere Systeme kommt. Der große Unterschied zu Freelancer ist, dass es ein MMO werden soll, also ist es möglich (bzw. nötig), im Internet mit- und gegeneinander zu spielen. Das wars dann aber auch schon mit den Informationen, viel mehr ist nicht bei mir hängen geblieben.

Auch zu Sacred 2 habe ich eine Präsentation gesehen, aber auch da kann ich nicht viel erzählen. Es wurden zwei verschiedene Charakterklassen gezeigt, eine davon amazonenartig, die andere war eine roboterartige Anubis-Gestalt – sehr interessant und insbesondere in einem im Fantasy-Bereich angesiedelten Spiel wohl noch nie dagewesen. Das war schon sehr stylish. Aber insgesamt hat mir das Spiel nicht soo sehr gefallen, ich kann aber gerade gar nicht mehr sagen, woran es lag. Vielleicht zu wenig Gegner auf einmal oder so.

Auf der Messe fiel mir ein wenig der Kampf zwischen Games Convention und GamesCom auf. Einige Leute liefen mit Pro-Leipzig T-Shirts umher, auf denen Sprüche standen, wie z.B. „Gamer wissen, wo Leipzig ist. Aber wo ist eigentlich Köln?“ (sinngemäß). Als ich auf dem Freigelände war, fiel mir dagegen ein Flugzeug auf, das einen GamesCom-Banner hinter sich her zog. Unpassend, wie ich finde.

Aber das Thema geht jetzt erst richtig los. Die Games Convention hat endlich ihren schon letztes Jahr erwarteten Besucherrekord von 200.000 geknackt und angekündigt, auch nächstes Jahr wie gehabt stattzufinden, wenn auch ohne den Branchenverband BIU im Rücken, wie z.B. auf Golem.de berichtet wird. Ob sich die Aussteller am Ende zu einem großen Teil auf eine der beiden Messen festlegen oder ob Games Convention und GamesCom ähnlichen Zulauf erhalten, kann wohl noch nicht gesagt werden – es bleibt zu hoffen, dass am Ende nicht beide Messen untergehen.

Ich persönlich finde Leipzig gut – was wohl vor allem daran liegt, dass ich nur eine gute Stunde entfernt wohne und die Messe, da sie direkt neben der Autobahn liegt, einfach 1A erreicht werden kann. So ist es auch gut möglich, ein Hotel außerhalb zu nehmen, da man, wenn nicht gerade zig Baustellen dazwischen sind, recht zügig bei der Messe ist. Mal ganz davon zu schweigen, dass der Flughafen direkt um die Ecke ebenfalls an der Autobahn liegt. War die Infrastruktur nicht eigentlich ein Kritikpunkt? Absolut nicht nachvollziehbar.

Aber wie dem auch sei, die Messe war gut und ich hoffe, dass sie auch nächstes Jahr gut wird, auch wenn einige Publisher fehlen werden. Man darf jedenfalls gespannt sein, wie sich die Lage weiterhin entwickelt. Wenn die GC in Leipzig zumindest annähernd so viel Aussteller anziehen kann, dann werde ich definitiv auch nächstes Jahr dabei sein.

2 Antworten

  1. Tuan says:

    du hast einen rührenden und auch äußerst informativen bericht egschrieben, respekt!
    leider wurde die Games Convention dieses Jahr doch nicht so ein großer Erfolg und ich habe von viele Seiten gehört, dass sie nächstes Jahr, sprich 2010, nicht nochmal kommen werden…
    Meiner Meinung nach hat Köln damit der Leipziger Messe und insbesondere Sachsen einen Dolch in den Rücken gestoßen…

  2. ex-ratt says:

    Danke :)
    Ich bin ja mächtig gespannt, wie sich Die GamesCom in Köln machen wird. Sieht aber leider im Moment nicht danach aus, als würde ich hinfahren und mir ein eigenes Bild machen können, da das doch ein bisschen weit weg ist und ich gerade gut mit meiner Diplomarbeit beschäftigt bin. Aber Besucherzahlenmäßig wird es sicher größer, als die GCO am Wochenende (auf der ich aber auch nicht war). Schaun wir mal, wie das dort noch weitergeht…